Ich bin ab sofort BWL-Student, aber nur am Wochenende
November 8, 2008 von Seolicious |
Wie vielleicht der ein oder andere weiß, muss man von Berlin-Spandau schon ein Stündchen mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, bis man Berlin´s Disco auffindet. So verbringe ich auch am Wochenende desöfteren viel Zeit in Berlin´s öffentlichen Verkehrsmittel und muss sagen, dass man nirgendwo anders so viele teils interessante, teils nervige Leute kennen lernt.
Oft wird dann in die Runde gefragt, was denn jeder sonst so in der Woche macht bzw. welcher Tätigkeit er nachgeht. Spätestens an diesem Punkt überlege ich mir, ob ich heute mal wieder der BWL-Student bin oder meine Tätigkeit doch offen preisgeben soll. Anfänglich habe ich mich für zweiteres entschieden, was dann wie folgt abläuft.
- Fragender Student: Was machst du denn den ganzen Tag außer hier rumfahren?
- Ich: Ich bin selbstständig.
- Fragender Student: Haha, der war gut! 18 Jahre und selbstständig. Und ich bin Millionär. Nee, jetzt mal im Ernst – Was machste so! Was studierst du?
- Ich: *Augen verdreh und großen Schluck aus der Flasche nehm* – Nicht schon wieder – Wieso muss ich Student sein? Nur weil´s jeder hier ist? Da muss ich dich leider enttäuschen, aber bin wirklich selbstständig – Musst es mir aber nicht glauben, wenn du Zweifel hast. Eigentlich ist es ja auch egal.
- Fragender Student: Ok und wie heißt deine Firma bzw. wo biste überhaupt selbstständig?
- Ich: Ich verdiene meine Kohle im Internet, aber ist nur ein Ein-Mann-Unternehmen.
Und so weiter und so fort. Ich verstehe immer nicht, warum jeder gleich denkt, dass man ein reicher Anzugträger ist, wenn man selbstständig arbeitet bzw. ein riesen Unternehmen besitzt. Selbstständig zu sein bedeutet für mich jedenfalls nur, dass ich für mich alleine produktiver und gewinnbringender arbeiten kann – Mehr nicht.
Ich hoffe, dass ihr ein wenig verstanden habt, wieso ich mich manchmal gerne als BWL-Student ausgebe, wenn man 5 mal am Abend das gleiche Gespräch hat – Nervt mit der Zeit und außerdem muss es glaube ich garnicht jeder wissen, dass man sich nur mit dem Internet über Wasser halten kann.
Zum Glück bin ich heute wieder in meiner alten Heimat Dessau, wo ich keine öffentlichen Vekehrsmittel in Anspruch nehmen muss.
Wer aber demnächst in Berlin einem 18-jährigen BWL-Student begegnet, der sollte sich bewusst sein, dass ich es sein könnte.
Mir ist es gestern aber passiert, dass ich einen SMO-Freak, der direkt bei mir um die Ecke wohnt getroffen habe, dem ich dann auch noch meinen Blog gezeigt habe. Mehr weiß ich leider nicht, aber wenn du gerade diesen Beitrag liest, kannst du dich ja mal melden.


Kann ich mir gut vorstellen wie es dir geht, ich finds ja teilweise schon nervig mit Leuten drüber zu reden obwohl ichs nur als Nebengewerbe betreibe. Also mit Leuten die ernsthaft daran interessiert sind, isses interessant, die meisten anderen haben aber Vorurteile (zb. Geld im Internet = Betrug, Abzocke oder nicht rentabel) und ändern ihre Meinung dann nicht großartig. Also entweder wird man belächelt (weil die dann an sowas wie Paidmailer oder so denken) oder gleich für einen krummen Hund gehalten…
Kann dem Hannes nur zustimmen und kann auch dich verstehen
Du bist immerhin schon 18 und damit volljährig – bei mir fragen die Leute nicht nur zweimal, sondern dreimal nach, was ich denn für ein Heini wäre
Ich wiederum bin nebenbei noch zivildienstleistender mit 6 weiteren kollegen. Die haben natürlich alle ahnung von der materie und denken, dass ich millionen im monat scheffle. Mir ist natürlich egal, was die davon halten und denken. Jedenfalls hatte ich es nicht oft, dass ich jemandem erklären musste, was SEO oder SEM ist.
Da ich nächstes jahr auch studieren werde, muss ich meine begegnungen in straßenbahnen (sofern ich nicht mit auto unterwegs bin) deswegen auch nicht anlügen. Ich halte es dann aber auch so, dass ich unbekannten nicht erzählen muss, was ich im internet mache. Damit dann noch mehr deppen denken:”jetzt werd ich millionär!” und auch eine 0-8-15 SMS-seite machen
Ich selber studier in die Richtung IT. Der ein oder andere Kommilitone hat sich schon dafür interessiert, was ich denn so nebenbei mache und die Leute sind doch insgesamt sehr neugierig, wie das alles funktioniert (vor allem in Sachen Google-Algorithmus und Geld im Netz verdienen). Andere haben selber schon Seiten im Netz und ein sehr negatives Bild von SEOs, da kann man sich manchmal auch was anhören
Aber diese Gespräche sind eigentlich sehr nett, weil der Gegenüber immer fasziniert wirkt
Bei mir verdoppelt sich die Möglichkeit Unverständnis zu ernten sogar, egal was ich jetzt angebe. Vollkommen verwirrt aber sind sie, wenn ich beide Tätigkeiten angebe: SEO und Philosophiestudent.
Witzig ist dann Rückschlüsse zu ziehen aus ihren Fragen. Manche kennen beides nicht, manche nur eines von beiden. Selten mal habe ich jemanden getroffen, der mit beidem etwas anfangen konnte und mir nicht die dämliche Frage gestellt hat: und was macht man damit später?
Ist aber auch eine interessante Mischung
Wobei es bei mifr in die ähnliche Richtung geht: Studiere technische Info, habe nebenbei noch paar kleinere Projekte wie ein Browserspiel (sonst würde ich wahnsinnig werden^^) und überlege mir Philosophie oder Psychologie als Nebenfach zu wählen.
Ich hatte bis jetzt in meinem Umfeld eigentlich keinen, der mich deswegen blöd angeschaut hat, eigentlich ist es bei uns nicht unüblich was nebenbei am laufen zu haben (Würzburg)